Der Gründung der OISTAT ging die Gründung der UNESCO, der Weltorganisation zur Entwicklung und Förderung von Kultur, im Jahr 1945 voraus.
Das internationale Theaterinstitut (ITI) wurde im Jahr 1948 in Prag eröffnet und wurde zur Dachorganisation aller schon bestehenden und seither gegründeten Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die im Bereich Theater tätig sind.
Das ITI wird von der UNESCO unterstützt und hat den „A Status“ der hochrangigsten NGO im Bereich Theater.

Die 1960er Jahre waren eine Zeit weltweit großer Fortschritte und interessanter Entwicklungen in den Bereichen Bühnen- und Kostümbild, die z.B. auf der Prager Quadriennale (PQ) 1967 präsentiert wurden.
In dieser Zeit wurde von vielen Seiten der Wunsch geäußert, eine Basis für den internationalen Erfahrungsaustausch von Bühnen- und Kostümbildnern zu manifestieren, nicht zuletzt zur Förderung der Entwicklung dieses Bereiches der Bühnenkunst, zur systematischen Forschung, Dokumentation und Diskussion.

Vor diesem Hintergrund wurde der internationale Dachverband OISTAT im Jahr 1968 von sieben Staaten gegründet: der Bundesrepublik, der DDR, der Tschechoslowakei, Kanada, Israel, Ungarn und den USA.
Der erste Präsident war DTHG-Mitglied Walther Unruh.
Nach Joel Rubin war Helmut Großer der dritte Präsident, von 1976 bis 1994. Deutschland bzw. die DTHG war aufgrund dieser Präsidentschaft immer sehr eng mit der OISTAT verbunden und stark engagiert.
Zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ wurden die Aktivitäten der OISTAT-Delegierten (Reisen) wegen der Vorzeigewirkung vom deutschen Außenministerium finanziert. (Die DDR investierte viel in Kultur auf dieser Ebene, um ihre Errungenschaften zu demonstrieren. Die Unterstützung hörte nach der Wende auf, da es keine „Konkurrenz“ mehr gab.)
Die DTHG übernahm fortan die Reisekosten der Delegierten allein.

Weiterhin organisierte die DTHG alle vier Jahre mit dem Deutschen Bühnenverein und dem Internationalen Theaterinstitut den deutschen Beitrag zur PQ.
Da die Gelder für die PQ nicht mehr ausreichend seitens der öffentlichen Hand zur Verfügung standen, wurde Sponsoring zunehmend notwendig, DTHG-Firmen haben sich hierbei in der Vergangenheit mit erheblichem Einsatz beteiligt.

Das Grundprinzip der Organisation war bei der Gründung wie folgt:
Die nationalen Verbände sprachen die Einladung aus und bezahlten Übernachtung und Tagegeld, die Delegierten bzw. deren Verbände bezahlten die Reisekosten in das einladende Land.
Grund: Die sozialistischen Länder hatten keine Devisen, aber großzügige Möglichkeiten innerhalb ihrer Länder.
Dies Prinzip wurde wegen mangelnder Unterstützung durch die Ministerien und Fachverbände in allen Ländern etwas aufgeweicht, d.h. manchmal werden Reisekosten nur im Doppelzimmer von den Gastgebern übernommen, manche Delegierte finanzieren sich komplett selbst – dies hängt von den nationalen Gegebenheiten ab.
Die Unterbringung ist teilweise auf den Standard von Jugendherbergen herabgesunken – je nach finanziellen Möglichkeiten des einladenden Verbandes –, die Tagegelder werden nicht mehr bezahlt.

Das Generalsekretariat wurde von den Niederlanden vor vier Jahren nach Taiwan verlegt, weil dies das einzige Land war, das bereit war, die laufenden Kosten der Organisation zu finanzieren.

Einen detaillierten Überblick über die Aktivitäten der OISTAT von 1968 bis 2008 gibt die Broschüre OISTAT - 40 years, erhältlich über den DTHG-Büchermarkt.

Quellen:
- http://www.oistat.org/content.asp?path=bal0gsdx
- Karin Winkelsesser, Oktober 2008